Nachdem ich vor einigen Jahren von Said el Amir mit dem Titel "The Brain" geadelt wurde, will ich hier nun etwas diesem Ruf gerecht werden. Psychologie, Mentaltraining, Gehirnforschung und ähnliches finde ich persönlich hochspannend. Und hier gibt es auch einige Querverweise zum Tanzen und zu Bewegungen. Es kann nicht schaden auch mal über den Tellerrand zu schauen.
Wenn Ihr dazu auch einige interessante Artikel oder Studien gefunden habt, dann schreibt mir. Ich bin immer für Neuigkeiten offen und freue mich über jeden der sich damit beschäftigt.
Hier meine kleine Sammlung zum Thema Tanz in der Gehirnforschung, Psychologie und anderen Wissenschaften.
wissenschaft.de meldet im Oktober 2007, dass Stripteasetänzerinnen während der fruchtbaren Tage mehr verdienen.
Amerikanische Wissenschaftler um Geoffrey Miller werteten die Einnahmen von 18 Tänzerinnen über 60 Tage aus und zeichneten parallel den Menstruationszyklus der Damen auf. Daraus ergab sich ein höheres Einkommen der Damen an ihren fruchtbaren Tagen. Wie das genau funktioniert, konnten die Forscher noch nicht klären. Sie vermuten es liegt an Duftstoffen oder ähnlichem im direkten Umfeld der Frauen. Männer können anscheinend in der direkten Umgebung der Damen unbewusst deren Fruchbarkeit wahrnehmen.
Bevor jetzt ein großer Proteststurm losbricht. Ich weiß, der orientalische Tanz ist kein Stripease. Aber auch wir spielen mit der Erotik. Und wenn da etwas dran ist, könnte sich das für uns durchaus auch lohnen. Aber 18 Frauen über 60 Tage, das ist nicht sehr repräsentativ. Ich persönlich nehm das mal als netten Hinweis, aber für mehr fehlt mir die größere statistische Basis.
detailliert nachzulesen unter wissenschaft.de
Anfang November 2007 hat Arvid Leyh einen ganzen Podcast zum Thema Sport und Hirn produziert. Das ganze heißt bei ihm Braincast. In einer knappen halben Stunde verrät er uns dieses mal alles, was die Wissenschaft zwischen Gehirn und Sport schon gefunden hat. Unbedingt empfehlenswert!!
Arvid Leyh ist Journalist und Buchautor, der sich schon seit Jahren mit dem Gehirn beschäftigt. Er hat 2 Bücher veröffentlich, die die Sprache der Hirnforschung für Laien übersetzt. Und er produziert regelmäßig Podcasts in welchen er wieder und wieder die Funktionen der Gehirns beleuchtet und die Möglichkeiten und Folgen dieser aufzeigt. Auch die anderen Braincast von ihm kann ich nur empfehlen. Sie sind alle immer angenehm zu hören.
zum Reinhören bei braincast - Sport und Hirn
Na das ist ja interessant. Unser Hüftschwung wird mit von unserem weiblichen Zyklus gesteuert? wissenschaft.de meldet im November 2007, dass sich der Gang der Frauen während des Zyklus verändert. In den fruchtbaren Tagen wird der Hüftschwung kleiner als in den unfruchtbaren Tagen.
Nach einer Studie der Queen's University in Ontario wurde der Hüftschwung der Frauen beim Gehen aufgezeichnet. Schon hier zeigte sich ein kleiner Hüftschwung während der furchbaren Tage als an den unfruchtbaren Tagen. Als die Aufnahmen dann Testgruppen von Männern gezeigt wurden, empfanden diese den Gang der Frauen an fruchtbaren Tagen als weniger sexy. Der größere Hüftschwung der Damen an den unfruchtbaren Tagen wurde von den Männern als attraktiver eingeschätzt.
Na das klingt nicht wirklich logisch für den Mechanismus der Arterhaltung, oder? Als mögliche Erklärung gaben die Forscher um Meghan Provost an, dass sich die Frauen damit vor Nachwuchs von ungewünschten Vätern schützen. Dieser Mechanismus ist für die Entfernung ausgelegt. Wenn die Frauen in einigem Abstand mit dem kleinen Hüftschwung an den Männern vorbeigingen, waren diese an ihnen weniger interessiert. Erst wenn die Frau einen Mann als attraktiv empfand und sich ihm nähert, kommt der schon im Teil 1 beschriebene Mechanismus ins Spiel.
Fällt uns jetzt während der unfruchbaren Tage der Hüftschwung leichter? Oder fällt er größer aus? Ich hab bei mir noch keine Unterschiede festgestellt, aber ich werd das mal genauer beobachten.
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Gelesen haben wir das schon öfter - Bewegung hilft gegen Depressionen. Aber im Dezember 2007 hat wissenschaft.de über eine Studie berichtet, die hier ein paar Hintergründe aufzeigt.
Forscher der Yale-Universität in New Haven haben 2 Gruppen von Mäusen beobachtet. Eine in einem normalen Käfig und eine mit intensiver Laufradbenutzung. Bei den sportlich aktiveren Tiere konnte eine erhöhte Aktivität im Hippocampus festgestellt werden. Es wurde unter anderem ein natürliches Antidepressivum VGF ausgeschüttet. Danach wurde dieses Antidepressivum anderen nicht aktiven Mäusen gespritzt. Auch diese ließen sich jetzt nicht mehr so leicht demotivieren. Da im menschlichen Gehirn die Reaktionen ähnlich ablaufen, wird diese Erkenntnis nun für neue Medikamente gegen Depressionen verwendet.
Also das lohnt sich doch. Wenn Ihr Euch mal wieder schlapp und lustlos fühlt, dann erst recht auf zum Tanzkurs! Danach fühlt Ihr Euch wieder super. Das kann ich aus eigener Erfahrung auch bestätigen. Auch wenn ich nach manchem Kurs physisch fix und fertig war (jeder der Jom bei Said gemacht hat, wird mich verstehen ;->), aber psychisch gings mir prima. Und es ist auf die Dauern auch angenehmer und billiger als Pillen zu schlucken.
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Bei Telepolis habe ich im Januar 2008 folgenden interessanten Hinweis auf eine Studie gefunden:
Die Havard Psychologin Ellen Langer fand das Zimmermädchen-Placebo. In einer Studie hatte Sie 44 Zimmermädchen erklärt, welche körperliche Arbeit sie täglich leisten und wieviele Kalorien verbrannt werden dadurch. Der Kontrollgruppe sagte sie nichts weiter. Nach 4 Wochen wurden die Frauengruppen untersucht. Und siehe da, die Gruppe mit den detaillierten Informationen, hatten tatsächlich abgenommen und auch ihre körperliche Verfassung hatte sich gebessert.
Na das ist ja super. Kann mal jemand errechnen, wieviel Kalorien eine Wippe oder ein Kick verbrauchen? Ist bestimmt nicht wenig. Na Ihr wisst ja sicher selber, dass nach einem intensiven Workshop der Körper sich auch besser anfühlt und die Waage kleinere Zahlen bringt.
detailliert nachzulesen unter Telepolis
Nadine Laub, Tänzerin und Tanzpädagogin für Zeitgenössischen Bühnentanz aus der Schweiz, hat in Ihrer Diplomarbeit 2006 den Tanz aus der Perspektive der Neurowissenschaften betrachtet. Wie es sich für eine Diplomarbeit gehört, ist sie auf wissenschaftlichem Niveau geschrieben. Aber das sollte Euch nicht abschrecken. Ich finde die Erkentnisse hochspannend.
Besonders gut gefallen hat mir persönlich der folgende Abschnitt und die Erkenntnis: "Denn auf neuronaler Ebene kann zusammengefasst werden, dass motorische Funktionen für sämtliche anderen Hirnfunktionen grundlegend sind. Die zahlreichen Zusammenhänge von motorischen und kognitiven Funktionen machen deutlich, dass jede Art von körperlicher Aktivität die motorischen Hirnfunktionen und damit auch die kognitiven Fähigkeiten verbessern kann. So stellen Wissenschaftler auch keine signifikanten Unterschiede in den angeregten Gehirnarealen fest, wenn eine Testperson tänzerische Bewegungen ausführt, musiziert oder eine andere komplexe sensomotorische Tätigkeit ausübt. Diese Ergebnisse zeigen jedoch, dass Tanz in seinen Anforderungen eine sensomotorisch komplexe Tätigkeit darstellt, welche mit dem Erlernen eines Musikinstrumentes vergleichbar ist."
Schön das mal jemand anerkennt, dass Tanz eine anspruchsvolle Sache ist. Für alle ein schönes Argument die immer für das "Rumgehopse" belächelt werden.
Für alle die mehr wissen wollen: Die Kurzversion der Arbeit ist im Internet zu finden.
detailliert nachzulesen unter Tanz unter neurophysiologischen Aspekten
Welche Kostümfarbe nehme ich zu welchem Auftritt? Und welche Farbe paßt zu mir? Über diese Fragen grübeln wir häufig vor den Auftritten oder beim Kauf neuer Kostüme. Darüber hat Djamila auf Ihre umfangreichen Seite www.bauchtanzinfo.de einen ausführlichen Artikel zur Kostümwahl hinterlegt.
Und nun haben die US-Psychologin Andrew Elliot und Daniela Niesta auch noch einen anderen Aspekt untersucht. Wie wissenschaft.de im Oktober 2008 vermeldet, erstellten beide Forscher eine Studie über die Veränderung der Anziehungskraft durch Farben auf das andere Geschlecht. Und da gibt es nur bei einer Farbe wirklich messbare Änderungen. "Die Farbe Rot wirkte dabei wie ein Aphrodisiakum," konstatieren die Forscher. "Frauen auf Bildern mit roter Farbe wirkten stets attraktiver und sexuell reizvoller auf die Männer. Auf Frauen dagegen hatte Rot keinen derartigen Einfluss – sie beurteilten die Attraktivität anderer Frauen unabhängig davon, ob Rot auf dem Bild vorhanden war oder nicht."
Na also, wenn Euch ein überwiegend männliches Publikum erwartet und Ihr Eure Attraktivität auf das Publikum noch verstärken wollten, dann wählt das rote Kostüm. Inwieweit sich das dann auf Euer Trinkgeld auswirkt, würde mich interessieren. Also wers ausprobiert hat, kann sich gern mit seinen Erfahrung bei mir melden.
detailliert nachzulesen unter wissenschaft.de
"Tanzen macht schlau" betitelt wissenschaft.de im Januar 2009 einen ausführlichen Beitrag über Hirnforschungsergebnisse mit tanzenden Probanden. "Bewegung beschleunigt das Gehirn zu maximaler Leistung" sagt Siegfried Lehrl, Psychologe an der Universität Erlangen und Experte für Gehirnjogging. Und Tanzen trainiert die Fähigkeit zum Nachahmen. Ganz besonders wenn der / die Lehrer /Lehrerin nichts erklärt und nur alle Schüler hinterherwackeln, muß das Gehrin der Schüler auf Hochtouren arbeiten. Doch hier gehen die Wissenschaftler noch ein Stück weiter. "Die Forscher fanden heraus: Wenn man sich nur vorstellt, Walzer zu tanzen, arbeitet das Gehirn in den gleichen Regionen, wie wenn man tatsächlich Walzer tanzt. Beim Tanzen nur zuzuschauen genügt schon, um die entsprechenden Hirnregionen zu aktivieren – um zwar umso stärker, je bekannter der Tanz ist."
Also wenn Ihr im Training schon gut übt, dann ist jeder Genuss einer guten Tanz-Show schon wieder ein Training. Na super, da haben die Besuche von Tanz-Shows gleich einen doppelten Effekt: Genuß und Training! Dann gleich auf zur nächsten Show!
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Wie wissenschaft.de im Februar 2009 meldet, gibt es vom kanadischen Psychologen Rui Zhu eine ausführliche Untersuchung über den Einfluss von Farben auf unsere Gehirnaktivität. Leider wurden nicht sehr viele Farben untersucht, nur rot und blau. Doch schon die Unterschiede hier geben zu denken, welche Farbe frau für die Auftritte wählen sollte. Nach den Ergebnissen von Rui Zhu steigert Rot die Aufmerksamkeit und Blau die Kreativität.
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Ja das ist doch mal ein tolles Sommer-Special 2009. Arvid Leyh hat gleich 3 Podcast seiner Braincast-Serie dem Thema Bewegung gewidmet. Hier bekommt Ihr sehr detailliert erklärt, was genau in unserem Kopf und Körper so abgeht, wenn wir eine Bewegung ausführen. Und auch die Spiegelneuronen werden nicht vergessen. Sie helfen Euch nur durch das Betrachten eines anderen Tänzers selber die Bewegungen "innerlich" zu üben. Allerdings sollten Ihr dafür die Bewegung schon gut können. Ich finde es aber spannend zu wissen, dass ich beim Geniessen einer guten Bauchtanzshow auch etwas mittrainiere.
Arvid erzählt noch einige andere interessante Geschichten und wissenschaftliche Experiment zum Thema Bewegung und Gehirn. Das Reinhören lohnt sich allemal. Also hier diesmal gleich 3 Links.
detailliert nachzuhören unter braincast - Bewegung! und braincast - Bewegung2! und braincast - Bewegung3!
Es ist nicht ganz egal, mit welcher Strategie Du Dir neue Bewegungsabläufe antrainierst. Zumindest für den Speicherort in Deinem Gehirn. Wie wissenschaft.de im Juli 2010 meldet, beeinflusst die Strategie des Trainings auch den Ort an dem die Abläufe dann gespeichert werden.
Wenn Du die Bewegungen und Kombinationen während des Trainings leicht veränderst, bindest Du Deinen Präfrontalen Cortex mehr ein. Hier wird aus verschiedenen Zielen und Bewegungen ein Denkschema entwickelt. Wird hingegen immer exakt die gleiche Bewegung wiederholt, erwirbst Du ein spezifischeres Denkmuster. Speicherort ist dabei der Motorcortex.
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Oft schon unbewusst berührt man seine schmerzenden Körperstellen nach einem Unfall. Jetzt haben Forscher entdeckt, dass damit das Gehirn ausgetrickst wird und die Übertragung des Schmerzreizes ins Gehirn gehemmt wird.
Wenn es beim Training mal zu Schmerzen kommt, ruhig zugreifen. Doch auch nicht die anderen Erste Hilfe Massnahmen vergessen! Welche es genau sein sollte, könnt Ihr bei TaMeD erfahren.
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Japanische Forscher haben trainierte und untrainierte Männer und Frauen zum Schwitzen gebracht. Dabei kam heraus: Männer schwitzen schon bei geringeren Körpertemperaturen als Frauen. Das schützt uns Frauen vor den ungeliebten Schweißrändern. Beim Vergleich zwischen trainierten und untrainierten Probanden stellten die Forscher fest: je besser trainiert, desto schneller und effektiver arbeitet das Kühlsystem.
Also Schwitzen gehört zum Training. Wenn es etwas dauert, wie bei mir, dann liegt es eben an meiner Weiblichkeit.
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